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Normalität

Autor: Jannes | Datum: 02 Februar 2015, 11:06 | 0 Kommentare

Ich habe mich, als ich noch in Deutschland war und die Blogs meiner Vorgänger gelesen habe, immer wieder gefragt,  warum es meistens vorkommt, dass ab dem Jahreswechsel immer weniger Blogeinträge auftauchen - und nun weiß ich, das ist normal.Ich glaube es liegt daran, dass aus unseren Augen nichts mehr Neues und Spannendes passiert. Es ist Alltag. Ich habe mich eingelebt; ich bin wirklich angekommen, und es herrscht eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Aktivitäten.

Ich will trotzdem einmal berichten, was ich im Moment so mache:
Montags und Dienstags arbeite ich in einem Kindergarten, der in einem Außenbezirk, names Tugu liegt. Ich mache dort alles, was anfällt und helfe, wo ich nur kann. Ich spiele mit den Kindern; ich helfe ihnen bei den Aufgaben, die sie in kleinen Unterrichtseinheiten lösen müssen. Am liebsten aber werden sie von mit angeschaukelt, am besten so hoch und weit wie es nur geht. Dabei muss ich die Kinder schon fast manchmal bremsen, wenn sie du zweit oder zu dritt auf einer Schaukel sitzen.
Mittwochs bis freitags arbeite ich an einer Mittelschule (Klasse 7 bis 9) und unterrichte Englisch, Sport und Informatik. Natürlich nicht ganz alleine, aber ich darf einzelne Unterrichtsteile auch selber überrnehmen und gestalten. Im Moment spiele ich im Sportunterricht mit den Schülern Handball. Das ist in Indonsien relativ unbekannt und wird so gut wie gar nicht  gespielt wird.
Nachmittags habe ich vier mal in der Woche Indonesisch-Unterricht, weil ich damit noch meine Schwierigkeiten habe; aber langsam wird das immer besser. 
Freitagmittags gebe ich im Kirchenbüro Englischunterricht für die Angestellten. Das müsst ihr euch aber als lockere Runde vorstellen, nicht so wie in der Schule.

An den Wochenenden habe ich normalerweise frei. Doch im Moment baue ich mit einer Mit-FSJlerin eine Bücherei in einem auswärtigen Dorf auf. Dort gibt es sehr viele Bücher unsortiert in Kisten, zum Teil noch original verpackt. Dadurch haben die Schüler der anliegenden Schulen keine Möglichkeit, diese gezielt zu nutzen. Da sich bisher noch keiner drum gekümmert hat, fahren wir nun immer samstags dort hin, um dort eine weitere Lernmöglichkeit zu schaffen. Dies wird noch einige Samstagvormittage brauchen. Aber ich bin ja noch ein Weilchen hier.

Sonntags ist natürlich Gottesdienst Pflicht. Meistens fahre ich mit meiner Gastfamilie in ein Dorf, etwas außerhalb, da sie der Gemeinde dort angehören.Manchmal gehe ich jedoch auch in meine "eigentliche" Gemeinde nach Salatiga in die Hauptkirche.Abends spiele ich dann mit Bewohnern eines Wohnheimes Futsal (Hallenfußball). In diesem Wohnheim bin ich öfter, da dort auch die andere FSJlerin wohnt. Meistens Training, machmal auch Spiele gegen andere Teams.

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Einblick in mein aktuelles und alltägliches Leben geben.
Im März findet dann ein Zwischenseminar für alle Indonesien-FSJler in Malang statt. Darauf freue ich mich. Anschließend fahren wir zusammen nach Bali und Gilli in den wohl verdienten Urlaub.

Liebe GrüßeJannes :))

 

Weihnachten und Neujahr

Autor: Jannes | Datum: 06 Januar 2015, 11:15 | 0 Kommentare

Nun sind Weihnachten und Silvester auch schon vorbei, und das neue Jahr hat schon begonnen.
Die Feiertage und Neujahr waren sehr schön, aber auch komisch; denn irgendwie ist man an solchen "Familientagen" doch lieber im gewohnten Zuhause.Ich will euch einen kleinen Überblick geben, wie meine Festtage verlaufen sind.
Den in Deutschland gefeierten Heiligabend gibt es hier eigentlich gar nicht. Die Feierlichkeiten beginnen erst am 25. Dezember mit einem Weihnachtsgottesdienst. Ich war jedoch am 24. Dezember in einer kleinen Andacht, die Weihnachten einläuten sollte. Meine Geschenke, die ich per Post zugesandt bekommen habe, habe ich auch schon, untypisch für hier, am gleichen Abend ausgepackt.

Am ersten Weihnachtstag gab es einen sehr außergewöhnlichen Gottesdienst: einen Open-Air- Weihnachtsgottesdienst, morgens früh um vier Uhr mit ca. 10000 Leuten. Es war ein einzigartiges Erlebnis! Der Gottesdienst wurde von allen christlichen Kirchen Salatigas zusammen organisiert. (Fotos findet ihr im Ordner Weihnachten). Anschließend bin ich in den Weihnachtsgottesdienst meiner Gemeinde gegangen. Nachmittags gab es dann noch die Weihnachtsfeier der Gemeinde, wo einzelne Gruppen Lieder oder Theaterstücke vorspielten. Danach hat meine Familie den Tag mit einem leckeren Festessen ausklingen lassen.
Am 26. Dezember bin ich mit einer Mitfreiwilligen und einer Familie in eine Nachbarstadt gefahren, um dort ein Krippenspiel in einem Kindergottesdienst vorzuspielen, an dem ich auch mitgewirkt habe. Anschließend waren wir noch am nahegelegenem Strand. 
Am 27. Dezember fand schließlich der Familiengottesdienst in der Gemeinde statt, der auch meine Gastfamilie angehört. Das Besondere daran: jede Familie trägt eine eigene "Familientracht", also die ganze Familie die gleichen Hemden oder Blusen. Wie ich finde: eine sehr schöne Sache!
Was mir sehr gut in den Weihnachtsgottesdiensten gefallen hat ist, dass zu "Stille Nacht, heilige Nacht" die Kirche verdunkelt wird. Alle halten dann eine Kerze in der Hand und zünden sie an. Das erzeugt eine wunderbare friedliche Weihnachtsstimmung.
Abschließend kann ich sagen, dass es ein überraschend schönes Weihnachtsfest war, obwohl ich zuerst Zweifel hatte; denn vorher war keine wirkliche Weihnachtsstimmung aufgekommen. Aber wie denn auch, ohne Adventskranz, Kälte und Weihnachtsmarkt.
Silvester hier ist eigentlich mit Deutschland zu vergleichen. Um Mitternacht geht man auf die Straße und knallert :D :D
Ein Highlight war jedoch, dass es ein riesengroßes Open Air-Konzert gab, welches ich mir mit meinem Gastbruder teilweise angeschaut habe.
Ich bin froh, dass nun wieder das Unterrichten beginnt, weil die Ferien mit den ganzen Weihnachtsfeiern usw. schon recht anstrengend waren.

Euch nachträglich noch ein frohes neues Jahr :))

 

Rundbrief I: Dezember 2014

Autor: Jannes | Datum: 16 Dezember 2014, 10:55 | 1 Kommentare

(Der originale Rundbrief ist natürlich mit Bildern. Wer ihn haben will, einfach zu mir Kontakt aufnehmen und ich werde ihn dann per Mail versenden.)

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich bin nun schon zwei Monate in Salatiga, Java/Indonesien, und ich kann behaupten, dass ich gerade wirklich dabei bin anzukommen. Bevor ich aber mit meinem Bericht beginne, stelle ich mich einmal denen kurz vor, die mich nicht so gut kennen. 
Ich heiße Jannes Görler. Ich bin 19 Jahre alt und komme aus dem beschaulichen Städtchen Fröndenberg/Ruhr in der Nähe von Unna in Nordrhein-Westfalen. Ich habe im Frühjahr mein Abitur gemacht und habe mich dazu entschieden, mich bei der Vereinten Evangelischen Mission für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Übersee zu bewerben. Ich wurde glücklicherweise genommen und habe auch meine Wunschstelle hier in Salatiga bekommen. Ich bin wirklich froh, hier zu sein und dankbar dafür, dass ich diese, für mich wichtige Erfahrung mitzunehmen kann.


Abschied, Anfahrt, Ankommen

Am 12. Oktober ging es los.Es waren sehr komische und mit viel Gefühlschaos gefüllte zwölf Stunden Flug.Gerade eben erst hatte ich mich von der Familie verabschiedet, von der Freundin und den Freunden. Ich war noch traurig und konnte mich noch nicht wirklich auf das Neue und Unbekannte freuen, das vor mir lag. Ich konnte noch nicht sofort im Flugzeug fassen, dass ich von zuhause weg war und die lieben Leute daheim für 10 Monate nicht sehen würde. Das  konnte ich erst nach ein oder zwei Tagen begreifen, als ich in die neue Welt eingetaucht war. Das war schwer zu verarbeiten, doch die Stimmung pendelte sich dann doch rasch ein.Nach stundenlangen Filmeschauen und unnötig vielen Spielen am Bordcomputer kamen wir irgendwann in Singapur an. Die anderen fünf "Indonesien-Freiwilligen" und ich sollten dort fünf Tage verbringen, um dort unsere Visa zu bekommen.
Zunächst einmal sah der Flughafen aus wie jeder anderer auch. Doch man merkte sofort, dass man in eine andere Welt eingetaucht war. Wir bekamen alle problemlos unsere Koffer, nur unsere Abholperson ließ auf sich warten. Dank eines sehr netten Einheimischen konnten wir Nora anrufen, und sie kam dann doch noch nach ca. einer halben Stunde Wartezeit. Mit der U-Bahn sollten wir nun zu unserem Hostel kommen. Wir tauchten in ein perfekt strukturiertes Verkehrsnetz von U-Bahn und Bus ein - alles auf dem neusten Stand. Mit Prepaid-Karten checkten wir sozusagen in die jeweilige Bahn ein und wieder aus,  und der Fahrpreis wurde direkt abgebucht. Es war noch dazu überraschend günstig. Wir verfuhren in 5 Tagen quer durch Singapur für ca. 8€.
Direkt am ersten Tag machten wir uns auf den Weg zur indonesischen Botschaft und wurden promt zurückgeschickt. "Visa sind nur von 9 bis 12 Uhr zu beantragen." Also hieß es, am nächsten Tag wiederzukommen. Am nächsten Tag klappte es dann auch; unser Visum war beantragt. Nun mussten wir nur noch zwei Tage warten, um es abholen zu können. In der Zwischenzeit besuchten wir die Attraktionen Singapurs, wie zum Beispiel das "Schiffhochhaus" in Marina Bay oder einen Dschungel mit Hängebrücke über den Baumwipfeln, ein wenig außerhalb der Stadt. Unter anderem schauten wir uns auch die verschiedenen Stadtviertel an, wie z.B. Little India oder Chinatown.In dieser Stadt treffen so viele Kulturen aufeinander, dass es uns als fast unmöglich erschien, ein spezielles Charakteristikum herauszufinden. Singapur ist einfach eine hochmoderne multikulturelle Stadt, in der jeder seinen Platz findet.

Der Teil über unseren Aufenthalt in Singapur hätte noch viel länger seien könne, aber ich finde, dass mein Rundbrief sich eher auf Indonesien beziehen sollte als auf diesen längeren Zwischenstopp. Aber – er war wirklich schön. 

Nach einer Zwischenlandung in Jakarta kam ich am 17. Oktober in Semerang am Flughafen an und wurde von meinem Gastvater, einem Fahrer und einer Mit-FSJlerin mit dem Auto abgeholt. Nach ca.zwei Stunden Fahrt, meistens eher stockender Verkehr, kam ich endlich in Salatiga an, meinem Wohnort für die nächsten zehn Monate.

Mein Wohnort für ein Jahr

Ich wohne bei Ibu Paini (Ibu ist die indonesische Anrede für Frau, meistens gibt es keine Nachnamen sondern nur einen Vornamen) und Bapak Bowo (Bapak indonesisch für Herr) und deren Sohn Oness, 14 Jahre. Meine Gastmutter Ibu Paini ist in meiner Gemeinde GKJTU (auf Deutsch: Christliche Kirche Zentral Java) in Salatiga Generalsekretärin, und mein Gastvater schmeißt zuhause den Haushalt. Ich habe mein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückziehen kann. Darüber bin ich sehr froh. Ich bin ein normales Familienmitglied und bin von daher in solche Dinge wie Wäschewaschen, Kochen und so weiter mit eingebunden. Ich fühle mich hier sehr wohl und habe mich dazu entschieden, hier das ganze Jahr wohnen zu bleiben. Es war nämlich erst geplant, dass ich nur für die Eingewöhnungzeit hier wohne und dann in ein Schülerwohnheim umziehe. Doch da es mir hier so gut gefällt, habe ich mir gewünscht hierzubleiben. Diesem Wunsch ist stattgegeben worden. 
In den ersten zwei Wochen meines Aufenthaltes hat auch noch Lena, eine Mit-FSJlerin hier gewohnt. Die hat sich dann aber dazu entschieden, in ein Schülerwohnheim umzuziehen. Also wohne ich nun sozusagen alleine in der Familie, was ich aber auch gut finde. In der Familie wird sich nur auf Indonesisch unterhalten, mit mir jedoch auf Englisch. Jetzt, wo ich langsam ins Indonesische reinkomme, wird es zuerst mit Indonesisch probiert und erst, wenn ich es nicht verstehe, auf Englisch, So kann ich mich langsam in die neue Sprache hineintasten. Mittlerweile verstehe ich schon einiges, aber ich kann mich noch nicht so gut ausdrücken, was aber - denke  ich -  noch kommen wird.Da ich nun zwei Monate hier wohne,  hat sich das Leben in der "neuen" Familienkonstellation schon eingespielt. Ich helfe öffters beim Kochen. Ich lasse mir indonesische Küche beibringen und zeige meiner Gastmutter im Gegenzug deutsche Klassiker wie z.B. Bratkartoffeln mit Speck oder Pommes rot-weiß. Das ist zwar nicht das Schwerste, aber einfach und lecker. Als ich das erste Mal Pommes gemacht habe, wurden die von meinem Gastbruder und seinen Freunden so schnelll verputzt, dass ich selber keine mehr abbekommen habe. Aber wenn´s denen schmeckt, dachte ich mir, ist das doch gut. Was mir super gefällt, ist,  dass es zu jeder Mahlzeit frisch gemachten Saft gibt. Egal ob Mango, Papaya, Sternfrucht oder andere Früchte. Alles, was das Herz begehrt.

In meiner Freizeit spiele ich gerne mit meinem Gastbruder und seinen Freunden Fußball. Ich lese viel oder verbringe Zeit mit meiner Gastmutter, die einfach immer für mich da ist. Ich kann auch einfach in die Stadt gehen, irgendwelche Dinge besorgen, oder mich auf meinen Roller setzen und irgendwo hinfahren. Mir wird auf alle Fälle nicht langweilig. Außerdem habe ich mich dem Universitäts-Basketballteam angeschlossen, da mein Bedürfnis Sport zu treiben auch hier vorhanden ist.
Ein Punkt zum Thema Roller. Ich bin einer der wenigen Freiwilligen, die mit einem Motorroller fahren dürfen, weil es hier einfach nicht anders geht. Meine Einsatzorte sind zum Teil so verstreut, dass man selbst mit dem Bus nicht hin kommt.

Mein Arbeitsbereich

Als ich eine Woche hier war und sich die Verantwortlichen mit mir zusammensetzten, um den weiteren Verlauf meines Aufenthaltes zu planen, erfuhr ich, dass ich wirklich erst in ein paar Wochen mit Arbeiten anfangen würde. Bis dahin hatte ich die sogenannten  "orientations-weeks", wie sie es nannten. Das hieß, ich fuhr jeden Tag in einen anderen Teil des Kirchenkreises, um alles kennenzulernen. So besuchte ich verschiedene Schulen und Kindergärten und kleine Gemeinden außerhalb der Stadt.Ich fuhr zum Beispiel an einem Tag zum Kindergarten hoch oben am Merbabu, einem erloschener Vulkan, höher als die Zugspitze. An dessen Fuß liegt die Stadt Salatiga. Das Dorf Cuntel, in dem der Kindergarten ist, liegt auf 1700 Meter über Null. Für mich war es ein aufregender Ausflug, weil es für mich das erste mal hoch an den Berg ging. Mit dem Motorrad meisterten wir die 1000 Meter Höhendifferenz. Oben erwartete mich einer der schönsten  Plätze Salatigas. Die stickige Wärme aus der Stadt war verschwunden, und es wehte ein  frischer Wind. Auch der Ausblick hinunter zur Stadt und über einen großen See hinweg war einfach großartig.  Das merkt man aber erst, wenn man mal dort oben war. Vorher war  ich der festen Überzeugung, dass in Salatiga die Luft schon echt gut und frisch sei. (Ist sie eigentlich auch, aber der Vergleich zählt halt).

Nachdem die zwei Wochen des Kennenlernens vorbei waren, sollte ich endlich mit Unterrichten beginnen.
Für mich ging es an die Mittelschule der Kirche. An der SMP (Indonesische Abkürzung für Mittelschule) in Getasan, einem Vorort von Salatiga, etwas den Berg hinauf, gibt es 6 Klassen, jeweils die 7te, 8te und 9te Klasse zweispurig. Ich sollte mich auf den Englischunterricht in den beiden 9er Klassen konzentrieren.  Darüber hinaus half ich beim klassenübergreifenden Sport- und Schwimmunterricht aus. Im Englischunterricht half ich zuerst dem Lehrer, doch durfte ich schnell eigene Teile des Unterrichts selber machen. Ich unterstützte die Schüler beim Englischlernen. Im Gegenzug brachten sie mir etwas Indonesisch bei. Es stellte sich aber heraus, dass ihre Begriffe nicht dem "Oxford-Indonesisch" entsprachen. Leider gingen die zwei Wochen viel zu schnell vorbei; denn ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.Eigentlich sollte ich noch länger dort bleiben, doch es stand das "Youth for Peace Camp" an. Davon berichte ich weiter unten. Als das hinter mir lag, sollte ich die letzten drei Wochen in Kindergärten gehen. Ich entschied mich für einen Kindergarten in Tugu und einen in Cuntel, welchen ich bereits erwähnt habe.Der Kindergarten hier in Indonesien unterscheidet sich sehr von dem Kindergarten in Deutschland. Hier geht es nicht darum, dass die Kinder an die Schule herangeführt werden. Da man Vier- bis Sechsjährigen noch keinen ganzen Vormittag Unterricht zumuten kann (!), dauert der Kindergarten nur zwei Stunden, nämlich von 8 bis 10 Uhr.In der Zeit findet richtiger Unterricht statt. Natürlich wird auch gebastelt und gespielt, aber es geht hauptsächlich darum, dass die Kinder schon einmal die Zahlen und ein paar Buchstaben kennenlernen. Meine Aufgabe im Kindergarten ist, den Kindern zu helfen, etwas vorzumachen oder mit ihnen zu spielen. Am liebsten spielen sie Fangen, zu meinem Leidwesen. Aber ich tue es gerne, und es macht mir richtig Spaß, mich mit ihnen zu beschäftigen.

Youth for Peace Camp

Vom 17. bis zum 28. November fand hier in Saltiga das “Youth for Peace Camp” statt, welches die VEM (Vereinte Evangelische Mission) jährlich verantstaltet. Dort treffen sich Jugendliche aus Deutschland und Asien (aus VEM-Partner-Kirchen), um über Konflikte in ihren Ländern, in der Welt, politisch oder zwischen Religionen zu sprechen und sich mit dem großen Thema Frieden  auseinanderzusetzen. In diesem Jahr kamen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Indonesien, Sri Lank, Phillipinen und Deutschland, sowohl Christen als auch Muslime.
Jeder Tag war sehr interressant, auch wenn manche Einheiten langweilig erschienen. Doch man merkte einfach, wie konzentriert alle bei der Sache waren und sich wirklich mit dem Thema Frieden auseinandersetzten, vor allem zwischen anderen Kulturkreisen, auch innerhalb eines Landes. Es enstanden viele sehr interessante Gespräche, weil es selten vorkommt, das Jugendliche von so vielen verschieden Ländern und Religionen an einem Tisch sitzen und befreit reden können.Wir waren jedoch nicht immer in unserem Tagungshaus, sondern hatten auch kürzere oder längere Ausflüge zu nahe gelegenen Zielen. Zum Beispiel haben wir an einem Tag eine Moschee besucht und uns dort mit den Muslimen unterhalten. An einem anderen Tag besuchten wir eine buddistische Gemeinde und taucthen dort ein wenig in deren Kultur ein. Wir übernachteten dort auf dem Gemeindegelände und visitierten auch eine längere Meditations- und Gebetsstunde.Im Nachhinein erzählten sie uns, dass sie eigentlich immer nur so 5-10 Minuten meditieren, aber für uns haben sie es eine halbe Stunde gemacht. Und eine halbe Stunde im Schneidersitz zu sitzen ist für Ungeübte eigentlich unmöglich!Das Highlight des "Camps" (warum es Camp heißt, weiß keiner. Wir haben in einem Gästehaus in richtigen Betten geschlafen :D :D) war ein Tagesausflug zum Borobudur, dem größten freistehenden buddistischen Tempel der Welt und nach Yogakarta, der Stadt mit den besten Batik-Stoffen der Welt.

Weihnachten steht vor der Tür

Weihnachten wird hier ein wenig anders werden, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Es ist einfach alles anders. Trotzdem komme ich ein wenig in Weihnachtsstimmung. Es ist zwar immer noch so um die 30 Grad, aber an Weihnachten soll es bis auf 20 Grad runterkühlen, also knapp oberhalb der Schneefallgrenze. Aber hier braucht man keinen Schnee und keinen Weihnachtsmarkt, um Weihnachtsstimmung zu erzeugen.Ich war zum Beispiel letztens auf einer Weihnachtsfeier. Ich  empfand es nicht wirklich weihnachtlich, bis das Licht ausgemacht wurde und wir "Stille Nacht, heilige Nacht” gesungen haben. Natürlich auf Indonesich, aber ich konnte gut auf Deutsch mitsingen. Dazu wurden Kerzen entzündet, und ich fühlte das erste Mal Weihnachten.Wie dann das eigentliche Weihnachtsfest sein wird, könnt ihr entweder in meinem Blog oder im nächsten Rundbrief lesen, aber ich denke es wird doch weihnachtlicher und schöner als ich es mir bisher vorstellen kann. 

Liebe Grüße

Jannes Görler

 

Kleines Abenteuer

Autor: Jannes | Datum: 28 November 2014, 07:57 | 0 Kommentare

Mission: Repariere einen platten Reifen mitten in der "Pampa"
Eine Mit-FSJlerin und ich waren morgens um 6 Uhr auf dem Weg zur Schule. Die liegt ein gutes Stück den Hang hinauf am nahe gelegenen Vulkan. Ca. auf der Hälfte bekamen wir einen Platten. Es ging einfach nicht mehr weiter, und zum Laufen war es eindeutig zu weit...Abgesehen von den vorbeibretternden Motorrädern und Bussen war kein Mensch auf der Straße -  keiner, der uns hätte helfen können. Es schien zwar eine kleine Motorradwerkstadt in der Nähe zu sein. Die hatte aber wegen der Uhrzeit noch geschlossen. Irgendwann kam ein älterer Mann auf uns zu. Er schaute sich den Reifen an, drehte sich wieder um und ging. Wir fassten kurz Hoffnung, doch der Mann kam und kam nicht wieder. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: dass er zu dem Besitzer der Werkstatt gegangen war, um ihn zu wecken. Und das dauerte natürlich seine Zeit. Wir wollten gerade Hilfe aus der Stadt rufen, als sich die Türen der Werkstatt öffneten und ein noch verschlafen ausschauender Mann heraus kam. Wir hatten zwar schon eine Weile gewartet, aber immerhin, er war extra für uns aufgestanden. Als er mit uns fertig war, schloss er seinen Laden wieder und ging wieder nach Hause.Bei der Reparatur stellte sich heraus, dass die Bremsen ausgetauscht werden mussten. Als er uns die Bremsklötze zeigte, konnten wir das selbst als Laie erkennen. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass der Begriff "Werkstatt" ein wenig hoch gegriffen ist. Eigentlich bestand der Laden nur aus einer Theke. Repariert wurde direkt an der Straße; die abmontierten Teile wurden einfach auf die Straße gelegt. Eig sah es nicht danach aus, als ob der Motorroller, danach wieder fahrtauglich werden würde. Es wurde alles jedoch fachmännisch repariert. Die Rechnung bekamen wir auf die Rückseite einer leeren Zigarettenschachtel geschrieben, aber reicht ja. Mit zwei Stunden Verspätung kamen wir dann endlich auch mal zur Schule an.

 

Youth for Peace Camp

Autor: Jannes | Datum: 28 November 2014, 07:55 | 1 Kommentare

Ich bin endlich wieder dazugekommen, einen Blogeintrag zu schreiben...


Vom 17. bis zum 28. November fand hier in Saltiga das „Youth-for-Peace-Camp“ statt. Das ist eine jährliche Veranstaltung der VEM (Vereinte Evangelische Mission). Dort treffen sich Jugendliche aus Deutschland und Asien (aus VEM-Partner-Kirchen), um über Konflikte in ihren Ländern, in der Welt, politisch oder zwischen Religionen zu sprechen und sich mit dem großen Thema Frieden auseinanderzusetzen. Dieses Jahr kamen die 25 Teilnehmer aus Indonesien, Sri Lanka, Philippinen und eben aus Deutschland. Ich will jetzt nicht auf jeden Tag einzeln eingehen, weil das könnte ein wenig langweilig werden. Ich versuche, mich trotzdem kurz zuhalten. Natürlich gab es auch Einheiten, die eher aus trockenen Vorträgen und aus längeren Diskussionen bestanden. Es war aber eigentlich nie langweilig, weil alle Themen, die man so besprach und diskutierte, nicht trockene Theorie waren, sondern wirklich aktuelle Konflikten betrafen. Dazu gab es auch sehr abwechslungsreiche Tage. Zum Beispiel, haben wir an einem Tag eine Moschee besucht und uns dort mit den Menschen unterhalten. An einem anderen Tag besuchten wir eine Buddistische Gemeinde und tauchten dort ein wenig in deren Kultur ein. Wir übernachteten dort auch auf dem Gemeindegelände und visitierten eine längere Meditations- und Gebetsstunde.Im Nachhinein erzählten sie uns, dass sie eigentlich immer nur so 5-10 Minuten meditieren, aber für uns, haben sie es eine halbe Stunde gemacht. Und eine halbe Stunde im Schneidersitz zu sitzen, ist für Ungeübte eigentlich unmöglich.Das Highlight des "Camps" (warum es Camp heißt, weiß keiner; wir haben in einem Gästehaus in richtigen Betten geschlafen :D :D) war ein Tagesausflug zum Borobudur, dem größten freistehenden Buddistischen Tempel der Welt und nach Yogakarta, der Stadt mit den besten Batik-Stoffen der Welt. (Bilder findet ihr im Ordner "Borobudur").
Zu mir: Ich bin nun schon 1,5 Monate hier, und ich fange an, mich echt wohlzufühlen. Natürlich ist es hier ganz anders als in Deutschland,  und so paar Sachen fehlen einem doch. Ich freue mich darauf, am Montag wieder mit dem Arbeiten anzufangen. Es geht nun bis Weihnachten zu einem Kindergarten nach Tugu, etwa 15 Minuten mit dem Roller außerhalb des Stadtkerns gelegen. Dann wird auch festgelegt, wo ich denn für das restliche Jahr wohnen werde. Das bisschen Indonesisch, was ich bereits kann, kommt mir nun auch langsam schon flüssiger von den Lippen.Mein/e Nachfolger/in steht außerdem schon fest. Irgendwie komisch, da ich erst "so kurz" hier bin. Aber es war ja bei mir letztes Jahr auch nicht anders.

 

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