VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Anja  |  Anna  |  Erika  |  Hannah  |  Ida  |  Jacqueline  |  Jakob  |  Jana  |  Jannes  |  Johanna  |  Jojo  |  Julius

Katharina  |  Kayange  |  Lara  |  Lilli  |  Luise  |  Maren  |  Max  |  Nils  |  Sergej  |  Simon  |  Wiebke

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Kleines Abenteuer

Autor: Jannes | Datum: 28 November 2014, 07:57 | 0 Kommentare

Mission: Repariere einen platten Reifen mitten in der "Pampa"
Eine Mit-FSJlerin und ich waren morgens um 6 Uhr auf dem Weg zur Schule. Die liegt ein gutes Stück den Hang hinauf am nahe gelegenen Vulkan. Ca. auf der Hälfte bekamen wir einen Platten. Es ging einfach nicht mehr weiter, und zum Laufen war es eindeutig zu weit...Abgesehen von den vorbeibretternden Motorrädern und Bussen war kein Mensch auf der Straße -  keiner, der uns hätte helfen können. Es schien zwar eine kleine Motorradwerkstadt in der Nähe zu sein. Die hatte aber wegen der Uhrzeit noch geschlossen. Irgendwann kam ein älterer Mann auf uns zu. Er schaute sich den Reifen an, drehte sich wieder um und ging. Wir fassten kurz Hoffnung, doch der Mann kam und kam nicht wieder. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: dass er zu dem Besitzer der Werkstatt gegangen war, um ihn zu wecken. Und das dauerte natürlich seine Zeit. Wir wollten gerade Hilfe aus der Stadt rufen, als sich die Türen der Werkstatt öffneten und ein noch verschlafen ausschauender Mann heraus kam. Wir hatten zwar schon eine Weile gewartet, aber immerhin, er war extra für uns aufgestanden. Als er mit uns fertig war, schloss er seinen Laden wieder und ging wieder nach Hause.Bei der Reparatur stellte sich heraus, dass die Bremsen ausgetauscht werden mussten. Als er uns die Bremsklötze zeigte, konnten wir das selbst als Laie erkennen. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass der Begriff "Werkstatt" ein wenig hoch gegriffen ist. Eigentlich bestand der Laden nur aus einer Theke. Repariert wurde direkt an der Straße; die abmontierten Teile wurden einfach auf die Straße gelegt. Eig sah es nicht danach aus, als ob der Motorroller, danach wieder fahrtauglich werden würde. Es wurde alles jedoch fachmännisch repariert. Die Rechnung bekamen wir auf die Rückseite einer leeren Zigarettenschachtel geschrieben, aber reicht ja. Mit zwei Stunden Verspätung kamen wir dann endlich auch mal zur Schule an.

 

Youth for Peace Camp

Autor: Jannes | Datum: 28 November 2014, 07:55 | 1 Kommentare

Ich bin endlich wieder dazugekommen, einen Blogeintrag zu schreiben...


Vom 17. bis zum 28. November fand hier in Saltiga das „Youth-for-Peace-Camp“ statt. Das ist eine jährliche Veranstaltung der VEM (Vereinte Evangelische Mission). Dort treffen sich Jugendliche aus Deutschland und Asien (aus VEM-Partner-Kirchen), um über Konflikte in ihren Ländern, in der Welt, politisch oder zwischen Religionen zu sprechen und sich mit dem großen Thema Frieden auseinanderzusetzen. Dieses Jahr kamen die 25 Teilnehmer aus Indonesien, Sri Lanka, Philippinen und eben aus Deutschland. Ich will jetzt nicht auf jeden Tag einzeln eingehen, weil das könnte ein wenig langweilig werden. Ich versuche, mich trotzdem kurz zuhalten. Natürlich gab es auch Einheiten, die eher aus trockenen Vorträgen und aus längeren Diskussionen bestanden. Es war aber eigentlich nie langweilig, weil alle Themen, die man so besprach und diskutierte, nicht trockene Theorie waren, sondern wirklich aktuelle Konflikten betrafen. Dazu gab es auch sehr abwechslungsreiche Tage. Zum Beispiel, haben wir an einem Tag eine Moschee besucht und uns dort mit den Menschen unterhalten. An einem anderen Tag besuchten wir eine Buddistische Gemeinde und tauchten dort ein wenig in deren Kultur ein. Wir übernachteten dort auch auf dem Gemeindegelände und visitierten eine längere Meditations- und Gebetsstunde.Im Nachhinein erzählten sie uns, dass sie eigentlich immer nur so 5-10 Minuten meditieren, aber für uns, haben sie es eine halbe Stunde gemacht. Und eine halbe Stunde im Schneidersitz zu sitzen, ist für Ungeübte eigentlich unmöglich.Das Highlight des "Camps" (warum es Camp heißt, weiß keiner; wir haben in einem Gästehaus in richtigen Betten geschlafen :D :D) war ein Tagesausflug zum Borobudur, dem größten freistehenden Buddistischen Tempel der Welt und nach Yogakarta, der Stadt mit den besten Batik-Stoffen der Welt. (Bilder findet ihr im Ordner "Borobudur").
Zu mir: Ich bin nun schon 1,5 Monate hier, und ich fange an, mich echt wohlzufühlen. Natürlich ist es hier ganz anders als in Deutschland,  und so paar Sachen fehlen einem doch. Ich freue mich darauf, am Montag wieder mit dem Arbeiten anzufangen. Es geht nun bis Weihnachten zu einem Kindergarten nach Tugu, etwa 15 Minuten mit dem Roller außerhalb des Stadtkerns gelegen. Dann wird auch festgelegt, wo ich denn für das restliche Jahr wohnen werde. Das bisschen Indonesisch, was ich bereits kann, kommt mir nun auch langsam schon flüssiger von den Lippen.Mein/e Nachfolger/in steht außerdem schon fest. Irgendwie komisch, da ich erst "so kurz" hier bin. Aber es war ja bei mir letztes Jahr auch nicht anders.

 

Wenn das Lehrerzimmer zur Küche wird

Autor: Jannes | Datum: 11 November 2014, 04:58 | 2 Kommentare

"Heute ist Geburtstag, heute ist Geburtstag" (sorry, insider :D)

Heute, Montag der 10. November, war kein normaler Schultag wie jeder andere; denn heute feiert die Zionsstiftung ihren 37sten Geburtstag. Diese Stiftung unterstützt die Grundschule (SMP) in Getasan, bei der ich im Moment arbeite. Von daher gab es anlässlich dieses Jubiläums ein Fest, mit allem was dazu gehört: Musik, Tanz, viel Essen usw.Fotos dazu findet ihr im Fotoalbum "Feier SMP".

Aber erst einmal der Reihe nach.Pünktlich zum Schulbeginn um 7 Uhr waren alle da. Der eigentliche Appell fand jedoch nicht statt, da das große Festzelt schon aufgebaut  und von daher auf dem Schulhof kein Platz mehr war. Daher musste jede jede Klasse sich vor dem Lehrerzimmer aufreihen, um die Anwesenheit zu kontrollieren. Da es ein besonderer Tag war, wurde besonders auf das perfekte Sitzen der Schuluniform geachtet. Selbst die Lehrer (also ich auch) hatten extra für den Tag alle ein Hemd oder Kleid aus demselben Stoff genäht bekommen.
Erst dann ging es mit den eigentlichen Vorbereitungen erst richtig los. Während die Schüler das ganze Gelände aufräumten, die Bühne dekorierten und Stuhlreihen stellten,  verwandelte sich das Lehrerzimmer in eine Küche. Innerhalb kurzer Zeit stapelten sich körbeweise Snacks und allerlei Essen -  nicht nur auf meinem Tisch. Ich musste meine Brotdose und meine Flasche in Sicherheit bringen, damit sie nicht irgendwo versacken würden.Rund 200 Gäste waren geladen. Da musste wahrlich viel angerichtet werden, damit auch alle versorgt würden.So wurden unzählige Snacktüten gepackt und Fruchtcocktails in verschließbare Becher gefüllt. Auch eine Geburtstagstorte wurde hergerichtet, traditionell aus gefärbten Reis und allerhand regionaler Spezialitäten geschmückt.

Als das alle geschafft war, fingen die Feierlichkeiten für die Schüler an. Alle hatten sich zu einem kurzen Gottesdienst unter dem Zeltdach versammelt, auch wenn nicht alle drunter passten. Der Bischof hielt eine kurze Rede. Die Schulband spielte, und es wurde wirklich gefeiert. Alle sangen und tanzten, in oder außerhalb ihrer Reihen. Dann waren die Schüler erlöst und durften nach Hause gehen.
Nun kamen die geladenen Gäste, und es begann ein sehr langer Festakt mit verschiedenen traditionellen javanischen Tänzen. Die Schulbände spielte wieder, und der Flötenchor gab ein "Happy Birthday" zum Besten. Einige wenige spannende Reden mussten halt sein. Dann wurde endlich die Reistorte angeschnitten. Als dies dann geschafft war, wurde kräftig gegessen, wie es nun mal hier gerne getan wird. 
Nach dem Aufräumen durfte ich dann auch gehen und stieg geschafft aber zufrieden in den überfüllten Bus nach Hause. Es klammerten sich sogar welche von außen an den Bus, und der fuhr nicht gerade langsam.

Bis zum nächsten Mal,
Gruß Jannes :))